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Lausitzer Geschichte

Hitler tönte von Herzberg ins Reich

Herzberg. Wer heute auf der B87 an Herzberg vorbeifährt, kann sich es sich kaum vorstellen. Aber es stimmt. Hier, am Rande des Elbe-Elster-Landes, stand einmal das höchste Bauwerk Europas, höher als der Eiffelturm: der Deutschlandsender III.

Für die Geschichte des Rundfunks in Deutschland ist Herzberg ein historischer Ort, allerdings einer, von dem nicht viel geblieben ist. In der Zeit des Nationalsozialismus war das anders. Damals stand hier der Deutschlandsender III, ein Langwellensender über den Propagandaminister Goebbels und seine Gefolgsleute ihre Radioprogramme ins ganze Land ausstrahlen konnten. 337 Meter ragte die Stahlkonstruktion in den Himmel, 37 Meter höher als der Eiffelturm und nur wenige Meter kürzer als das höchste Bauwerk der Welt zu dieser Zeit, das Empire State Building in New York.

Das Radio hatte für die neuen Machthaber in Deutschland eine zentrale Bedeutung. Schon unmittelbar nach der Machtergreifung wurde der Fackelzug zu Ehren Hitlers übertragen. Goebbels setzte umgehend einen Apparat in Gang, der nicht nur dafür sorgte, dass alle Sendeanstalten im Reich gleichgeschaltet und auf Linie der Führung gebracht wurden. Er setzte auch einen beachtlichen technischen Aufholprozess in Gang, der Deutschland, 1933 noch eher unterentwickelt bei der Ausbreitung des neuen Mediums, an die Spitze der Radioentwicklung brachte. Der Volksempfänger wurde mit seinen diversen Ablegern in Millionen Haushalte gebracht. Jeder sollte dem „Erziehungsmedium“ der Reichsführung und den Reden des Diktators lauschen können.

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