ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Bönisch Mit der Lausitzer Kultur in der Bronzezeit gab es in der Region eine frühe kulturelle Blüte. Die Lausitzer Kultur war fast eine Hochkultur. Lediglich die Schrift hat dafür als Kriterium gefehlt. Aber handwerklich und technisch war die Region damals schon sehr weit. Zudem wird schon lange auf dem Gebiet geforscht. Bereits vor 150 Jahren haben sich Gelehrte mit der Epoche auseinandergesetzt. Es gibt viel Forschung, die aufeinander aufbaut. So waren bereits viele Gräberfelder mit ihrer Lage bekannt. Sie bringen wegen der üblichen Grabbeigaben viele Erkenntnisse.

Was finden Archäologen dort?

 FOTO: Nerenz Matthias

Bönisch Das geht von Keramik-Urnen mit menschlichen Überresten, Keramik, über Grabbeigaben aus Bronze, wie Schmuckgegenständen bis zu Werkzeug, was Rückschlüsse
auf die dort Bestatteten, wie deren Tätigkeit zum Beispiel als Bronzegießer, zulässt. An Werkzeugen und Schmuck ist auch ein Schluss auf die handwerklichen Fähigkeiten der Zeit möglich. Die waren bemerkenswert. Kollegen haben etwa versucht, Gegenstände mit damaligen Mitteln nachzugießen. Das mit steinernen Guss-Formen hinzubekommen, war gar nicht so einfach. Die hatten schon einige Fähigkeiten damals. Die Produktionsprozesse waren nicht einfach. Bemerkenswert, was damals möglich war. Zudem gab es regen Handel. Denn die Metalle stammten aus den Mittelgebirgen, die über Handelswege in die Lausitz kamen. Bei einer Grabung bei Groß Jauer konnten wir sogar eine Art Grabhaus finden. Urnen waren mit Steinen umkleidet. Darin gab es eine Lücke, die den Zugang vereinfachte. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Grabtür mit richtigem Türflügel gehandelt hat. Innerhalb des Raumes waren Grabbeigaben offenbar wie im Haus des Bestatteten angeordnet.

Sind solche Funde dann besondere Forschungsdurchbrüche?

Zahlreiche Gefäßscherben in Gruben bei Klein Görigk.FOTO: Bönisch / E. Bönisch
top