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Fakt ist indes: Friedrich August III. von Sachsen hat mit dem Satz „Hiermit verzichte ICH auf den Thron“ unter dem Druck der Novemberrevolution sein Amt als höchster monarchischer Würdenträger des souveränen Landes Sachsen abgegeben – die deutsche Monarchie aber damit nicht aktiv mit beerdigt. Denn „er schrieb dies im eigenen Namen, um keinem eventuellen Nachfolger den Weg zu versperren“, hat Theophana Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen nochmals erklärt, als sich der Thronverzicht ihres Ur-Urgroßvaters im vergangenen Herbst zum 100. Mal jährte.

Das legendäre Zitat soll sich übrigens, zeithistorisch individuell leicht angepasst, 1989 dann auch Erich Honnecker, Parteichef der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und mächtigster Politiker der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), zu eigen gemacht haben. Bevor er die Politbüro-Tür in Berlin bei seinem, ebenfalls vom Volk erzwungenen Abgang, von außen zuschlug, soll er gesagt haben: „Macht euren Mist alleine.“ Contenance soll da zu vermissen gewesen sein. Dies ist allerdings nicht belegt.

Zeugen der Abdankung berichten von wahrhaft königlichem Benehmen

Der Sachsenkönig indes hat Fassung und Haltung bewahrt. So ist es überliefert. Graf Ernst-Georg zu Münster, auf dem Herrensitz der Familie im sächsischen Linz ist der alleinerziehende König mit seinen Kindern oft zu Gast gewesen, wies energisch zurück, dass Friedrich August III. der Ausspruch über die Lippen gekommen ist. Er schreibt dazu: „Während der König in Guteborn seine Abdankungsurkunde ausfertigte, wartete im Vorraum sein Gefolge, unter dem sich auch mein Vater befand. Als der Minister nach vollzogener Unterschrift in das Vorzimmer trat, sagte er zu den dort anwesenden Herren, tief beeindruckt von dem Geschehen: Seine Majestät haben sich wahrhaft königlich benommen.“

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