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Lausitzer Geschichte

Eine Freifrau als Unternehmerin

Sie hat 1725 Lauchhammers Grundstein gelegt: die Freifrau von Löwendal. FOTO: Mirko Sattler / MIrko Sattler

Lauchhammer/Elsterwerda. In unserer Reihe zur Lausitzer Geschichte spielen viel zu oft Männer die Hauptrolle. Zeit für eine starke Frau: die Freifrau von Löwendal.

Dass wir Lauchhammer heute als Industriestandort kennen, ist keiner Vorherbestimmung zu verdanken und keiner günstigen Lage. Es ist vielmehr Produkt eines Zufallsfundes – und einer klugen und weitsichtigen Unternehmerin, wie wir heute sagen würden. Bendicta, Margeretha, Freifrau von Löwendal, Frau Oberhofmarschallin, geborene Rantzau (1683 – 1776). Sie war es, die die Gunst der Stunde erkannte und im „Niemandsland“ des sumpfigen Schraden den Grundstein der Metallgewinnung und -verarbeitung legte. Der „Hammer“, also das Eisenwerk, das Lauchhammer seinen Namen gab, ist ihre Gründung. Als „Brandenburgs erste Firmenchefin“ hat die RUNDSCHAU sie vor Jahren mal bezeichnet.

Doch beginnen wir am Anfang. Wer war diese Frau? Und wie kam sie zu der für ihre Zeit so erstaunlichen Selbständigkeit? Mit der Lausitz hat Bendicta Margeretha, geboren 1683, zunächst rein gar nichts zu tun. Sie stammt aus dem Norden. Rantzau, der Stammsitz ihrer Eltern, liegt in der Nähe von Kiel. Ins Sächsische kommt sie erst durch ihren Ehemann, Woldemar Freiherr von Löwendal, ein Nordlicht wie sie. Löwendal entstammt dem dänischen Hochadel, wenngleich aus unehelichen Verhältnissen. Nach glänzender militärischer Karriere und anschließend großem Erfolg als Kaufmann in Hamburg, gelangt Löwendal 1706 nach Dresden, wo er rasch Karriere als wichtiger Minister am Hof August des Starken macht.

Zum Zeitpunkt der Hochzeit mit Bendicta Margeretha ist Löwendal bereits 49 Jahre alt und verwitwet. Seien erste Frau hat ihm sechs gesunde Kinder hinterlassen. Nun ist er auf der Suche nach neuer, passender Begleitung. das Anforderungsprofil beschreibt Reinhard Köpping in seinem Buch „Erz und Adel“ so: „Sie sollte repräsentieren können, ein gutes Hausregime führen und Ersatzmmutter seiner kleineren Kinder aus erster Ehe sein. Sie sollte klug, geistreich, aber auch praktisch sein, einen guten Charakter besitzen, ein neckisches und schönes und junges Eheweib sein, uradeliger Abstimmung und auch vor allem vermögend.“

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