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Lausitzer Geschichte

Freispruch für Brühls Schuldenmacher

Augustin de Saint-Aubin: Bildnis Carl Heinrich von Heineken FOTO: LR / Konstanze Treue

Altdöbern. Als rechte Hand des Grafen Brühl hat Carl Heinrich von Heineken unter anderem das Dresdner Kupferstichkabinett geleitet und bestückt. Zeitgenossen sahen in ihm aber vor allem den Schuldenmacher. Nach Brühls Ende wurde Heineken der Prozess gemacht. Am Ende stand ein Freispruch.

In einem Wechselbad der Gefühle dürfte sich Carl Heinrich von Heineken im Jahr 1769 befunden haben. Nach plagenden sechs Jahren und begleitender Ungewissheit sind alle gegen ihn gerichteten Vorwürfe fallen gelassen. „Er musste Eide schwören, dass er in allen Anklagepunkten unschuldig war und rechtens gehandelt hatte. Daraufhin wurde ihm eine Liberationsurkunde ausgestellt und ihm die beschlagnahmten Gemälde ausgehändigt“, berichtet Martin Schuster. „Die Prozesskosten wurden von der Staatskasse übernommen“, so der Dresdner Kunsthistoriker.

Eigentlich hätte Heineken aufgrund des positiven Ausgangs der Untersuchung und dem damit verbundenen Freispruch in Genugtuung baden können, wären da nicht die anhänglichen Konsequenzen gewesen. Für den Kunstschriftsteller und -sammler, Bibliothekar, Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts und Diplomaten war in der Elbmetropole kein Platz mehr. Acht Tage nach seiner Haftentlassung musste Heineken Dresden verlassen und in Altdöbern (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) ins Exil gehen.

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