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Lausitzer Geschichte

Reiss – bis heute ein Begriff

Firmengründer Robert Reiss aus Bad LiebenwerdaFOTO: Reiss Büromöbel GmbH

Bad Liebenwerda. Robert Reiss (1844 - 1911) war ein Unternehmer in Bad Liebenwerda, dessen Name noch heute in der Stadt sowie in der Region allgegenwärtig ist.

Kaum ein Name ist heute in Bad Liebenwerda so geläufig wie der von Robert Reiss. Weit über Landesgrenzen hinaus ist die Reiss Büromöbel GmbH ein Begriff. In diesen Tagen findet der Name des einstigen Firmengründers wieder besonders häufige Erwähnung. Am 14. September wird die neu gebaute Robert-Reiss-Oberschule offiziell übergeben. Auch das Grundschulzentrum der Stadt trägt den Namen des Unternehmers, der wesentlich zum Aufblühen der kleinen Stadt an der Elster beitrug.

Doch wer war Herrmann Robert Reiss, wie der Mann mit richtigem Namen hieß? Es ist ein Verdienst des bis 2016 tätigen Reiss-Geschäftsführers Dietmar Menzel, dass es akribisch aufbereitetes Chronikmaterial gibt. Der inzwischen im Ruhestand befindliche und zum Ehrenbürger der Stadt ernannte Unternehmer hat zudem eine imposante Ausstellung zur Reiss-Firmengeschichte geschaffen. Robert Reiss ist am 20. Dezember 1844 im ostpreußischen Groß Bubainen geboren. Er erlernte den Beruf eines Landvermessers. In dieser Tätigkeit wurde er im Laufe der Jahre in vielen Orten tätig. Ein Stellenangebot führte ihn 1882 nach Liebenwerda, wo er beim Königlichen Kataster-Amt zunächst zwei Jahre auf Probe angestellt wurde.

Aus Unterlagen des Landesarchivs Sachsen-Anhalt ist zu entnehmen: „Reiss ist verehelicht und hat vier Kinder denen er eine gute Erziehung angedeihen läßt, indem er seine Kinder zum Besuche der höhern Schulen theils selbst vorbereitet, theils vorbereiten läßt. Er ist 37 Jahre alt und nach seinen Aussagen seit 1864 im Vermessungs[-] und Katasterfach thätig. Über seine Beschäftigung vor 1874 hat er keine Zeugnisse. Dieselben könnten aber [.] noch beschafft werden. Seine Vermögensverhältnisse scheinen geordnet zu sein, auch ist es ihm gelungen in dem in der Nähe hiesiger Stadt gelegenen Weinberge ein bequemes und billiges Lager zu erhalten. Über sein Verhalten im Verkehr mit dem Publicum im Bureau, sowie über sein außerdienstliches Verhalten ist mir nichts bekannt, was zu Klagen gegen denselben Veranlassung geben könnte.“

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