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Lausitzer Geschichte

Heineken macht Altdöbern zum Mustergut

Eine Barockgruppe bei den Parksommerträumen Altdöbern. FOTO: Uwe Hegewald

Altdöbern. In Dresden verstoßen, findet Carl Heinrich von Heineken nach 1763 in der Lausitz späte Anerkennung, macht sich aber auch Feinde.

1751 hat Carl Heinrich von Heineken den Lehnbrief für das Gut Altdöbern erhalten. Er war damit Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Altdöbern, Klein Jauer und Muckwar. Als Fürsprecher, den Besitz des Rittergutes in der Niederlausitz zu erlangen, galt Graf Brühl, der sich zuvor bereits als Ehe-Kuppler erwies. Auf sein Betreiben heiratete Heineken im Jahr 1742 mit Friederike Magdalene Nöller (1721-1790) die einzige Tochter des kurfürstlichen Hofküchenmeisters Johann Jacob Nöller (1672-1749) und späteren Besitzers des Altdöberner Rittergutes, was Heineken später erbte. „Beide erhielten auf kurfürstlichen Befehl das Recht, als geborene Niederlausitzer behandelt zu werden. Diese Amtshandlung erregte bei den ansässigen Ständen großen Unmut“, so der Historiker Martin Schuster.

Heineken hatte ein angespanntes Verhältnis zu seinen Untertanen. Mehrfach beschwerten sich Bauern aus Altdöbern und Klein Jauer an höchster Stelle über zu hohe Abgaben und Arbeitsleistungen. Als Beispiel gilt Bauer Mudra, dem 15 Beete Feld und das darauf stehende Holz entzogen wurden, weil er Gerichtskosten in Höhe von einem Taler und sechs Groschen nicht zahlen konnte oder wollte.

Später forderte Frau Friederike von Heineken, „an diesem boshaften und ganz incorribilen (unverbesserlichen) Subjekt ein Exempel zu statuieren und ihn mit Zuchthaus zu bestrafen, damit nicht Übleres folge unter den in ihrer Aufsässigkeit berühmten Leuten von Klein Jauer.“ Carl Heinrich von Heineken sorgte dafür, dass Mudra ins Zuchthaus Luckau gesteckt wurde, wo er nach siebenjähriger Haft verstarb.

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