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Kolumne

Ist Josef ein Vorbild für moderne Väter?

FOTO: LR / Sebastian Schubert

Kolumne. Der heilige Josef ist uns als Figur aus der Weihnachtsgeschichte bekannt. Als Vater spielt er eine zwiespältige Rolle: Beschützer und Randfigur, Macher und Schweiger. Kann er heute als Vorbild auf der Suche nach einem neuen Väterbild dienen?

Die Frage nach der Rolle des modernen Vaters ist schwer zu beantworten. Was fehlt, sind die passenden Vorbilder. Ernährer? Patriarch? Autoritätsperson? Vieles von dem, was früher einen Vater ausgemacht hat, trägt heute nicht mehr. Arbeitswelt und Familienförderung haben sich gewandelt. Väter haben heute ganz andere Möglichkeiten, sich um ihre Kinder zu kümmern. Aber wie sollen sie die neuen Räume füllen? Wie unterscheiden sich die Aufgaben von Vätern und Müttern?

Auch mir fällt es als Vater zweier Kinder gelegentlich schwer, meinen Platz in der Familie zu definieren. Ich habe es genossen, mit beiden Kindern eine Elternzeit von einem halben Jahr verbringen zu können. Denn eines stand für mich fest: Ich wollte es als Vater anders machen, als mein eigener Vater. Der hatte in einer klassischen west-deutschen Kleinfamilie die Rolle des Ernährers inne, arbeitete viel und war für uns Kinder oft nur am Wochenende erfahrbar.

Das kann ich als Vater heute anders machen. Nur, was bin ich für meine Kinder damit? Zweite Mutter? Spielkamerad? Manchmal sicherlich. Das allein kann es aber nicht sein. Ich glaube, zu einem gewissen Teil, muss der moderne Vater auch weiterhin die Rollen seiner Vor-Väter einnehmen. Kinder brauchen den Vater, der ihnen Grenzen aufzeigt, der sie ermutigt, sie aber auch im Messen mit der Autoritätsperson wachsen lässt und ihnen den Raum gibt, sich zu reiben und zu entfalten.

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