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Lausitzer Geschichte

Ein 1700 Jahre altes Industriegebiet

Blick über einen Teil der Grabungsfläche am Tagebau Nochten. Zu sehen sind die Überbleibsel der Öfen sowie der Röstgruben. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack

Trebendorf. Archäologen haben bei Weißwasser weit mehr als 100 Brennöfen zur Eisengewinnung ausgegraben. Doch von den Arbeitern fehlt bislang jede Spur.

Die Lausitz ist reich an Eisen. Nur ein paar Zentimeter unter der Erdoberfläche kommt vielerorts Raseneisenerz vor. Voraussetzung sind grundwasserbeeinflusste Böden, die es bis heute in der Lausitz gibt und die früher noch viel häufiger waren. Kein Wunder, dass die deutsche Übersetzung für den sorbischen Begriff der Lausitz, Luzyca, Sumpfland bedeutet. Gerade die nördliche Oberlausitz galt vom Spätmittelalter bis weit in das 19. Jahrhundert hinein als ein Mittelpunkt der Eisenhüttenindustrie in Zentraleuropa.

Doch bereits die ab dem dritten Jahrhundert nach Christus eingewanderten germanischen Stämme beherrschten die Kunst der Gewinnung des begehrten Metalls. Insbesondere das Gebiet der Muskauer Heide scheint ein Eisen-Zentrum gewesen zu sein.

Dafür sprechen verschiedene Funde von Archäologen, die im Vorfeld des Tagebaus Nochten (Landkreis Görlitz) mehrere prähistorische Industriestandorte ausgegraben haben – beispielsweise südöstlich von Trebendorf bei Weißwasser. „Hier haben wir bereits 130 Öfen zur Eisenverhüttung gefunden“, sagt Grabungsleiterin Sabrina Herrmann vom Landesamt für Archäologie Sachsen mit Außenstelle in Weißwasser.

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