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Showdown in Ostberlin

Lausitzer Geschichte: Warum BAP 1984 nicht bis Bautzen kam

BAP in der Besetzung von 1984. Sänger Wolfgang Niedecken vorne sitzend mit Hund. FOTO: BAP

Bautzen/Berlin. Es sollte das große Musikereignis 1984 werden. BAP tourt durch die DDR: Einer der zwölf ausgewählten Spielorte ist Bautzen. Doch dann kommt alles anders. BAP reist ab – und bekommt trotzdem Applaus.

„Bliev do, wo de bess,

Halt dich irjendwo fess

Un bliev su, wie de wohrs: Jraaduss.“

Mit solchen Liedzeilen hat sich die Gruppe BAP in den 80er-Jahren in der DDR viele Freunde gemacht (die übersetzten Liedtexte finden Sie auf www.lr-online.de/geschichte). Dass die Texte der Kölner Mundart-Rocker auf Kölsch gesungen sind, stört da wenig. Dass sie eigentlich auch gar nichts mit dem DDR-Alltag zu tun haben, ebenso wenig. BAP ist gerade auf dem aufsteigenden Ast in West-Deutschland. Die von der Phonoakademie als  „Entdeckung des Jahres“ gepriesene Band hat sich in der Friedensbewegung und den Protesten gegen den Nato-Doppelbeschluss viele Freunde gemacht. Dem ZK der SED kommen sie deshalb als „im besten Sinne Bündnispartner“ vor. 1983 wird die aktuelle Platte „Vun drinne noh drusse“ über Amiga offiziell im Osten verbreitet.

Und es soll noch besser kommen aus Sicht der BAP-Fans diesseits der Mauer. Ende 1983 ist eine TV-Sendung mit den West-Rockern geplant. Anfang 1984 sollen sie dann bei „Rock für den Frieden“ in Ost-Berlin auftreten und anschließend eine Tour durch die DDR starten. Insgesamt 14 Konzerte sind von Leipzig bis Jena geplant. Am 25. Januar steht Bautzen auf dem Plan. Die Karten sind – soweit erhältlich – in Windeseile vergriffen, die Vorfreude auch in der Lausitz groß. Doch es kommt anders.

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