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Lausitzer Geschichte

Calauer Paradies der Warenhaus-Gründer

Was vom Schloss Saßleben geblieben ist FOTO: LR / Bodo Baumert

Saßleben. Die Lausitz als Rückzugsgebiet für Berliner? Was mit dem Seenland noch verstärkt werden soll, gab es schon früher. Die berühmten Warenhaus-Gründer der Familie Wertheim etwa zog es ab 1911 nach Calau.

Saßleben, im Winter 2019. Wer das einstige Schloss des Ortes bei Calau sucht, wird es nicht finden. Geblieben sind nur Stallungen. Und dahinter, versteckt, ein Kleinod. Ein kleiner See, rechteckig angelegt. In der Mitte eine Insel mit einem kleinen Lustbau. Jungfrauen tragen als Säulen das Häuschen. Wer sich die Mühe macht, über die neu errichtete Brücke auf die Insel zu gehen, findet weitere Spuren einstigen Glanzes, eine Balustrade, eine verwitterte Sphinx. Abglanz vergangener Tage.

Vor 100 Jahren sah das noch ganz anders aus. Mit Georg Wertheim hatte das Gutsschloss einen prominenten Eigentümer. Der Warenhausbesitzer gehört in Berlin zu den wichtigsten Unternehmern, pflegt Kontakte zum deutschen Kaiser und hat sich in Saßleben sein kleines Paradies geschaffen. „Im Sommer war das kleine Landschloss eine wahre Idylle. Frösche quakten, Gänse schnatterten, Himbeeren leuchteten in den Sträuchern, und die Entengrütze lag wie ein Tuch über dem Teich“, berichten Erica Fischer und Simone Ladwig-Winters in ihrem Buch „Die Wertheims. Geschichte einer Familie“.

Familienvorstand Georg Wertheim hat das Anwesen 1911 gekauft und seiner Frau zum Geschenk gemacht. Mit Sohn Albrecht ist Anfang September des Vorjahres der ersehnte Stammhalter geboren. Zeit, sich nach passender Umgebung umzuschauen. Für den Unternehmer, der von seinen Nachfahren als „bescheiden“ bezeichnet wird, ist das Gut eine praktische Sache. Die Familie seiner Frau wohnt nicht weit entfernt auf Gut Weißagk. Auch von Berlin ist Saßleben mit dem Automobil gut zu erreichen.

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