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Lausitzer Geschichte

Vor 80 Jahren brannten in der Lausitz die Synagogen

Stolpersteine erinnern in der Bahnhofstraße 62 in Cottbus hat die von den Nazis ermordeten einstigen jüdischen Bewohner der Familie Hammerschmidt.FOTO: LR / Bodo Baumert

Cottbus. Zu den schlimmste Auswüchsen des Nazi-Terrors zwischen 1933 und 1945 in Deutschland gehört die Reichspogromnacht. Auch in der Lausitz gingen die Schläger vor 80 Jahren brutal gegen Juden vor.

5,6 bis 6,3 Millionen Menschen sind dem Holocaust der deutschen Machthaber bis 1945 zum Opfer gefallen, in der Mehrheit Menschen jüdischen Glaubens. Heute vor 80 Jahren, am 9. November 1938, nahm dieses unvergleichliche Töten mit der Reichspogromnacht einen ersten beklemmenden Eindruck an. Die Unterdrückungsmaßnahmen, die nach der Machtergreifung Hitlers Schritt für Schritt verschärft wurden, entluden sich in einer Welle der Gewalt, die auch vor der Lausitz nicht Halt machte.

„Die Schikanen gegen Juden wurden von Jahr zu Jahr härter“ erinnert sich Wolfgang Hammerschmidt 1995 in seinem Buch „Spurensuche“, in dem er – selbst KZ-Überlebender – die Geschichte seiner jüdischen Familie aus Cottbus schildert. Heute erinnern in der Bahnhofstraße Stolpersteine an die ermordeten Eltern.

So erlebte er den 9. November vor 80 Jahren: „Am Morgen kam meine Mutter zur Zeit des Aufstehens in der Schlafzimmer, in dem ich mit meinem jüngeren Bruder schlief. Sie weckte uns, indem sie uns sagte, wir sollten nicht zur Schule gehen. Unser Vater sei heute im Morgengrauen aus dem Bett heraus von der Polizei verhaftet worden, die mit einem Dietrich ins Haus eingedrungen war. Die Synagoge stehe in Flammen, Tante Friedchen habe angerufen und weinend berichtet, das Büro in der Bahnhofstraße sei von der SA aufgebrochen und total verwüstet worden. Auch andere Cottbuser Juden hätte man abgeholt.“

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