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Ungewissheit und Angst folgten. Wolfgang Hammerschmidt berichtet weiter: „Die in Cottbus verhafteten Juden überführte die Polizei nach etwa einer Woche in das Konzentrationslager Sachsenhausen, wo es die ersten Toten der Aktion gab. Mein Vater indes wurde entlassen.“ Offenbar war ein alter Polizeibeamter dem Vater wohlgesonnen. Er befahl ihm, krank zu sein und sich beim Arzt zu melden. So entging der Vater dem Abtransport. Als einer von wenigen zugelassenen „Konsulenten“ durfte er die Angelegenheiten jüdischer Bürger in der Lausitz in den kommenden Jahren regeln, wurde aber zusehends von den Machthabern dabei drangsaliert. Im Dezember 1944 erfolgte die letzte und endgültige Verhaftung durch die Gestapo, Hermann Hammerschmidt wurde in das Lager Schwetig (Swiecko) verschleppt und ermordet.

Die zerstörte Cottbuser Synagoge im November 1938.FOTO: stadtarchiv

Penibel haben die Schläger nach der Kristallnacht Buch über ihre Taten geführt. Reinhard Heydrich, General der Sicherheitspolizei meldete an seinen Vorgesetzten Hermann Göring für ganz Deutschland: „815 zerstörte Geschäfte, 19 in Brand gesteckte oder sonst zerstörte Warenhäuser, 171 in Brand gesetzte oder zerstörte Wohnhäuser (...). An Synagogen wurden 191 in Brand gesteckt, weitere 76 vollständig demoliert.Festgenommen wurden rund 20 000 Juden. An Todesfällen wurden 36, an Schwerverletzten ebenfalls 36 gemeldet.“

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