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Auf dem Freihof der ehemaligen Haftanstalt in Cottbus erinnert dieses Kreuz an Werner Greiffendorf.FOTO: ZVG

Den Farbverdünner hatte Greiffendorf in einem Netz in ein Handtuch gewickelt auf den Freihof geschmuggelt. Das Mittel wurde bei Maler- und Instandsetzungsarbeiten im Gefängnis verwendet. Die Arbeiten wurden von Häftlingen durchgeführt, somit hatten diese auch Zugang zu dem Mittel. Die 500 Milliliter aus der Glasflasche goss Greiffendorf in einer Ecke des Freihofs über seine Jacke. Mithäftlinge hörten das Plätschern von Flüssigkeit, dachten er pinkelt in die Ecke. Erst als sein Oberkörper in Flammen stand und er schreiend in die Mitte des Freihofs lief, erregte er Aufmerksamkeit. Mit Jacken schlugen Mithäftlinge auf die Flammen ein, versuchten zu löschen. Die „Schnelle Medizinische Hilfe“ aus dem Krankenhaus wurde von den Wachleuten alarmiert. 40 Prozent seines Körpers wiesen zum Teil schwere Verbrennungen auf. Greiffendorf kämpfte auf der Intensivstation um sein Leben. Eine Verlegung in eine Spezialklinik wurde mit Verweis auf seine „Transportunfähigkeit“ abgelehnt.

Am 9. November 1978 – vor genau 40 Jahren – starb der gebürtige Döberner. Einen Tag später wird die Mutter informiert. „Aus meiner subjektiven Sicht muss ich sagen, dass es ziemlich lange gedauert hat, bis Hilfe kam“, erinnert sich Bernd Schölzel. Damals wusste er noch nicht, wer dort in Flammen stand. Das mit der Selbstanzündung sickerte nach und nach gerüchteweise durch die Haftanstalt. „Offizielle Informationen gab es nicht. Dass Werner Greiffendorf im Krankenhaus gestorben ist, habe ich erst nach meiner Haftzeit erfahren“, so Bernd Schölzel.

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