ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Und Torhüter Avdo Spahic, den die RUNDSCHAU ebenfalls Mitte der Woche zum Video-Interview im ­Stadion der Freundschaft traf, ergänzt mit recht brüchiger Stimme: „Mir geht es immer noch sehr schlecht, es tut im Herzen weh. Wir müssen alles rausholen und gewinnen. Das Geld ist wichtig für den Verein.“

Trainer Claus-Dieter Wollitz ist die große Enttäuschung ebenfalls anzumerken. Bei der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel in Rathenow kämpft auch der Coach mit den Tränen. „Wir alle leiden. Deshalb ist das Pokal-Endspiel jetzt noch ein Stück schwieriger geworden. Denn der Frust ist da“, erklärt Wollitz. Gleichzeitig appelliert er an sein Team: „Ich habe die Überzeugung, dass sich unsere Spieler sagen: ,Es ist zwar wichtig, wie du kommst. Aber noch viel wichtiger ist, wie du gehst.’ Wenn dann vielleicht am Ende die gesamte Mannschaft den Klub verlassen sollte.“

Zwei Abgänge stehen fest, weitere werden folgen

Wollitz ahnt, ja er weiß es aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung im Profifußball: Der Zerfall des seit 2016 gewachsenen Teams wird sich nicht abwenden lassen. Es ist deshalb auch das finale Spiel vor dem Neuanfang. Mit Streli Mamba (SC Paderborn) und Marcelo de Freitas stehen zwei Abgänge fest – viele weitere werden folgen.

In den sozialen Netzwerken wird diskutiert, was in solchen Fällen immer diskutiert wird: Sind die abwanderungswilligen Spieler überhaupt noch bei der Sache? Oder wollen sie sich womöglich für ihren neuen Verein schonen? Für Trainer Wollitz stellen sich derartige Fragen nicht. Im Gegenteil: Er setzt auf die Charakterstärke seiner Spieler und will deshalb auch keine Rücksicht auf mögliche Zukunftsplanungen nehmen. Auch wenn sich ja in diesem Finale die Chance böte, mögliche Leistungs­träger für die kommende Saison – zum Beispiel junge Spieler – in die Start­elf zu beordern.

top