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Fußball

Energie wie die Gallier: Erst streiten, dann siegen

Auf sie mit Gebrüll! Energie Cottbus hat zum ersten Mal auf dem Betzenberg gewonnen und das mit den 800 mitgereisten Fans gefeiert. FOTO: Eibner-Pressefoto / EIBNER/eer

Kaiserslautern . Der FC Energie macht es wie Asterix & Co: Erst fliegen intern die Fetzen, dann wird der Lauterer Betzenberg gestürmt. Die offenen Gespräche nach der Niederlage gegen Fortuna Köln sehen die Lausitzer als Wendepunkt an.

Lauterns Trainer Michael Frontzeck hatte sicher nicht geahnt, wie Recht er hat, als er vor dem Spiel seines 1. FC Kaiserslautern gegen Cottbus den FC Energie als „gallisches Dorf an der polnischen Grenze“ betitelte. Nach dem überraschenden 2:0-Auswärtssieg der Lausitzer am Freitag erinnerten Frontzeck und sein Team an die verprügelten Römer, die nach dem Aufeinandertreffen mit Asterix & Co. ihre Knochen sortieren müssen.

Und Energie? Wie in den Comics von René Goscinny, in denen sich die Gallier in ihrem Dorf regelmäßig wie Kesselflicker streiten, waren auch beim FCE zuletzt intern die Fetzen geflogen. Die gallisch-lausitzer Erfolgsgeschichte begann also nicht erst mit dem Sturm auf den Betzenberg, sondern bereits mit einem reinigenden Gewitter vor zwei Wochen. Trainer Wollitz berichtet von „intensiven, unangenehmen Gesprächen“ mit der Mannschaft, bei denen auch Präsidium und Geschäftsführer beteiligt gewesen seien. Nach der Niederlage gegen Fortuna Köln wurde Tacheles geredet. Wollitz beschreibt: „Da sind wir richtig in die Wunden gegangen.“

Auch Wollitz bekam seine Tracht ab. So kritisierte die Mannschaft unter anderem die Trainingsintensität. Wollitz gibt zu: „Ich fordere unglaublich viel. Aber die Mannschaft braucht auch mal Ruhe. Da bin ich manchmal ungeduldig, weil ich glaube, dass mit einer hohen Intensität in dieser Liga unfassbar viel möglich ist.“ So wie am Freitag in Lautern, als sich Anführer Marc Stein nicht mal bei seinem Kopfballtor (48.) von einem Nasenbeinbruch stoppen ließ. Und als Stoßstürmer Streli Mamba nach zuletzt schwachen Auftritten plötzlich wieder so aufdribbelte, als ob er als Kind in den Kessel mit dem Zaubertrank gefallen sei. Den Konter zum 2:0 (75.), den Lasse Schlüter vollendete, hätte Asterix-Zeichner Albert Uderzo, auch nicht besser aufmalen können.

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