Dortmund

Experte für den schönen Fußball

Auf Marco Reus setzen die Dortmunder ihre Hoffnung - nicht nur fürs Europa-League-Spiel gegen Bergamo.

In der Saison 2017/18 hat der Dortmunder Berufsfußballspieler Marco Reus 238 Fehltage gesammelt. Er fehlte 35 Tage wegen eines Muskelfaserrisses, drei Tage wegen einer Oberschenkelprellung, sieben Tage wegen muskulärer Beschwerden, vier Tage wegen einer Fersenverletzung, sieben Tage wegen allgemeiner körperlicher Schwäche, sieben Tage wegen eines grippalen Infekts und 175 Tage wegen einer Schambeinentzündung. Als er dann wieder hauptberuflich auf dem Rasen tätig wurde, riss ihm im Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt das rechte hintere Kreuzband. Es dauerte 259 Tage, bis er wieder für Borussia Dortmund auflief - am Samstag im Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV (2:0). Das sind Zahlen, die ihn fürs Guinness-Buch der Rekorde empfehlen.

Es ist schon wieder ein Comeback. Damit kennt er sich aus. 2014 verletzte er sich im letzten Testspiel vor der Fußball-WM; 2016 verpasste er die Europameisterschaft durch eine Blessur beim Pokalfinale gegen die Bayern. Reus ist also häufig hingefallen, lang liegengeblieben, weil das gar nicht anders ging, aber immer wieder aufgestanden.

Heutige Sportsprachbücher würden ihn vermutlich als Mentalitätsmonster preisen. Denn der 28-Jährige ist trotz der großen Rückschläge ein zuversichtliches Kerlchen geblieben. Unserer Redaktion sagte er mal: "Es bringt nichts, sich im Leben auf Negatives zu fixieren. Ich bin von Haus aus nicht der Typ, der Negatives zu lange mit sich herumschleppt. Ich bin ein Mensch, der grundsätzlich nach Rückschlägen schnell wieder positiv denkt."

Er denkt nicht nur positiv, er spielt auch auf Anhieb wieder richtig gut. Das war im vergangenen Jahr so, als er zum Saisonendspurt und zum Pokalfinale wieder mitmischte. Und das war am Samstag gegen den HSV auch so. Nicht wenige hielten den Dortmunder Ersatzkapitän für den besten Spieler auf dem Platz - bemerkenswert beim ersten Spiel nach acht Monaten Pause.

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