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Leichtathletik

Cottbuser Top-Talent träumt jetzt von Berlin

Marie Scheppan vom LC Cottbus lief bei den U18-Europameisterschaften im ungarischen Györ mit ihrer Finalzeit von 52,82 Sekunden, die ihr Silber bescherte, in die deutsche Frauen-Spitze. FOTO: Foto: Kai Peters / Peters Kai

Cottbus. Nach ihrem famosen Lauf bei der U18 in Györ hat sich Marie Scheppan plötzlich für die Leichtathletik-EM ins Gespräch gebracht.

Sprintvermögen, aber vor allem viel Ausdauer. Beides bewies die Cottbuser Leichtathletin Marie Scheppan nicht nur bei den U18-Europmeisterschaften in den vergangenen Tagen im ungarischen Györ. Fast noch mehr waren diese Qualitäten nach ihrem famosen Auftritt gefragt, der mit der Silbermedaille belohnt wurde. Siegerehrung, Pressetermine, dann ein sehr kurzer Abstecher zurück nach Cottbus, wo die talentierte Läuferin am Dienstag von ihrem Heimatverein begrüßt wurde, ehe sie sich weiter auf den Weg nach Kienbaum machte. Dort wartete ihr Trainer Rainer Kruk schon auf sie. In knappp drei Wochen stehen in Rostock die Deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Plan. „Das ist unser nächstes Ziel“, betont Kruk.

Für die 17-Jährige bleibt so nur wenig Zeit, um das zu verarbeiten, was sie in den letzten Tagen geleistet hat. Und das war außergewöhnlich. In diesem Jahrtausend ist noch keine deutsche Jugendliche schneller über die Stadionrunde gewesen. Olympia-Teilnehmerin Laura Müller vom LC Rehlingen hatte laut dem Portal leichtathletik.de im Jahr 2014 als bisher letzte deutsche Nachwuchs­athletin überhaupt eine 52er-Zeit (52,91 Sekunden) erreicht. Marie Scheppan gelangen in Györ 52,82 Sekunden. Diese Top-Zeit kam für Marie Scheppan selbst ein wenig überraschend. „Von der Platzierung her war es schon mein Ziel, unter die ersten Drei zu kommen“, verrät sie. Dass sie am Ende aber trotz der Belastung mit Vorlauf und Halbfinale dann im Finale noch einmal ihre Bestzeit deutlich steigern konnte, damit habe sie nicht gerechnet.

Deshalb überwog auch die Freude darüber, Silber gewonnen und nicht Gold verloren zu haben. Wenngleich die Cottbuserin im Endlauf der Siegerin aus Tschechien, der U18-Weltmeisterin Barbora Malikova (52,66 s) am Ende noch einmal ganz nahe gekommen war. „Ich bin so glücklich, was ich erreicht habe. Und ich habe gemerkt, dass noch mehr drin sein kann“, so die Schülerin der Lausitzer Sportschule, die die Fachoberschulreife erworben hat und jetzt ein freiwilliges soziales Jahr beim Landessportbund absolvieren wird.

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