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Probleme im Ehrenamt

Lausitzer Fußball mit dem Gesetz in Konflikt

Bei den Derbys zwischen den Kreisliga-Vereinen SV 1912 Guhrow und SG Frischauf Briesen sind im vergangenen Jahr öfter die Fetzen geflogen. Geldstrafen und Spielsperren waren die Folge. FOTO: FuPa Brandenburg / Tobias Voigt

Cottbus/Lausitz . Die Sportgerichte der Region haben viel zu tun: Es geht um Spielberechtigungen und unsportliches Verhalten. Ab und an wird nicht nur auf dem Spielfeld über die Stränge geschlagen.

Andreas Dommasch (34) aus Bersteland (Dahme-Spreewald) ist vernarrt in seinen Sport. Zum Spielen kommt der Fußballfan allerdings nicht mehr regelmäßig: Sein Ehrenamt frisst zu viel Zeit. Nachdem er schon als 24-Jähriger bei Wacker Schönwalde leitende Funktionen übernommen hatte, wurde er vor sechs Jahren Beisitzer im damaligen Sportgericht des Fußballkreis Spreewald. Heute ist er Vorsitzender des Sportgerichts im fusionierten Fußballkreis Südbrandenburg – und bekommt von Jahr zu Jahr mehr zu tun. „Früher hatten wir im Jahr 25 bis 35 Fälle in allen Altersklassen, im letzten Jahr mussten wir 72 Urteile fällen, allein im Bereich des Herrenfußballs“, sagt Andreas Dommasch.

Nicht jeder Fall sei gleichermaßen nach Schema F zu verhandeln. „Irren ist menschlich“, sagt er, „und gerade bei jüngeren Spielern ist oft Unwissenheit dabei.“ Da fehlt eine Spielberechtigung, eine Sperre ist noch nicht abgelaufen, das könne alles mal passieren, da müsse man situationsbedingt nicht immer gleich zu Höchststrafen greifen, meint der Sportrichter. Immerhin kann es auf Kreisebene schon bis zu 100 Euro Strafe kommen, wenn ohne Spielberechtigung gekickt wird.

Mit derartigen Fällen kann Dommasch routiniert umgehen. „Gerade zum Saisonende häufen sich die Probleme“, sagt er. „Immer mehr Spieler sind verletzt oder gesperrt, da wird es für manche Vereine schon schwer, eine Mannschaft in Mindeststärke aufs Spielfeld zu bekommen.“

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