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Fußball

Klartext vor dem Nervenspiel

FOTO: dpa / Christian Charisius

Watutinki. DFB-Kapitän Manuel Neuer berichtet von heftigen Debatten vor der Partie gegen Schweden. Einen Riss im Team jedoch sieht er nicht. Findet die Mannschaft in Sotschi noch rechtzeitig in die WM-Spur?

Die Nerven sind angespannt, der Appell des Kapitäns ist deutlich: Trotz einer schonungslosen Krisenaufarbeitung noch in Watutinki nahm der angeschlagene Weltmeister Deutschland noch viele Fragezeichen mit in den nächsten WM-Spielort Sotschi. Vor dem zweieinhalbstündigen Flug am Dienstag von Moskau an die russische Schwarzmeer-Küste hatte sich die Mannschaft lange über die derzeitigen sportlichen sowie atmosphärischen Defizite ausgetauscht und dabei „ehrlich die Meinung gesagt“, berichtete Manuel Neuer. Der Anführer der Weltmeister-Generation traf wegen der Mammutsitzung fast eine Stunde verspätet bei der DFB-Pressekonferenz ein.

Neuer und seine Kollegen sind sich vier Jahre nach dem triumphalen WM-Gewinn in Brasilien der Gefahr bewusst, als erstes deutsches Team überhaupt schon nach einer WM-Vorrunde nach Hause fahren zu müssen. „Wir haben ab jetzt nur noch Finals. Jetzt muss von uns Spielern was kommen. Wir müssen das zeigen, was uns in der Vergangenheit so stark gemacht hat“, sagte der Kapitän. Er fasste die wichtigste Botschaft an die besorgte Fußball-Gemeinde in der Heimat mit dem Satz zusammen: „Wir sind unsere schärfsten Kritiker.“

Die Muster der Fehlleistungen sind seit der souveränen WM-Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Spielen immer gleich: Das Offensivkonzept von Bundestrainer Joachim Löw über extrem nach vorn orientierte Außenverteidiger geht auf Kosten der defensiven Stabilität. Die Weltmeister Toni Kroos und Sami Khedira konnten beim 0:1-Schock gegen Mexiko in der Mittelfeld-Schaltzentrale nicht die nötige Balance herstellen.

(dpa)
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