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Russland scheitert im Viertelfinale

WM-Traum endet für „Wehrpflichtige“

Trotz des Ausscheidens wurde das russische Team gefeiert. „Das ganze Land ist verliebt in uns“, sagte Trainer Stanislaw Tschertschessow (M.). FOTO: AFP / MAXIM ZMEYEV

Sotschi. Das Gastgeber-Team um Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow hat die nächste WM-Sensation knapp verpasst. Nun wird ein anderes Team Fußball-Weltmeister 2018, aber Russland feiert seine Helden.

Als für Russland kurz vor Mitternacht die WM-Party nach über drei Wochen innerhalb einer Sekunde vorbei war, da verschwand der Mann mit dem markanten Schnauzer in Richtung Kabinengang. Ohne sich umzudrehen und festen Schrittes. Stanislaw Tschertschessow ist ein Platz in der Ruhmeshalle des russischen Fußballs nach dem so bitteren Viertelfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Kroatien dennoch gewiss. Der Nationalcoach der Sbornaja konnte auch von Präsident Wladimir Putin am Telefon nicht getröstet werden. „Wir fühlen uns ein bisschen wie Wehrpflichtige, die früh abgezogen wurden“, klagte er.

„Wir wollten der Heimat noch bis zum 15. Juli dienen“, sagte Tschertschessow in dem ihm eigenen Sprachduktus. An diesem Tag findet in Moskau das Endspiel der Weltmeisterschaft ohne den Gastgeber statt. Dass die Russen als 70. der Fifa-Weltrangliste und krasser Außenseiter alle Erwartungen übertroffen hatten, machte sie trotz des WM-Ausscheidens stolz. „Unsere Herzen sind gebrochen. Wir haben gekämpft wie die Löwen“, sagte Stürmer Artjom Dsjuba.

„Russland steht im Viertelfinale und führt auch noch lange Zeit. Mamma Mia! Dass wir überhaupt so weit gekommen sind, ist ein unglaublicher Traum. Ganz Russland atmet Fußball“, schwärmte das Internet-Portal „Sowjetski Sport“. „Kommersant“ schrieb: „Dieser Abend, an dem wir nun die Mannschaft schweren Herzens aus dem Turnier verabschieden müssen, war außergewöhnlich und lang. Aber die Sbornaja hat ein Denkmal gesetzt und wird wohl jedem, der diese WM miterlebt hat, noch Jahre in Erinnerung bleiben.“

(dpa)
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