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Radsport

Roger Kluge: Der wandlungsfähige Bodyguard

Einer von elf Deutschen bei der Tour: Roger Kluge in Diensten des belgischen Rennstalls Lotto Soudal. Für den gebürtigen Eisenhüttenstädter vom RK Endspurt Cottbus ist es die dritte Frankreich-Rundfahrt. FOTO: imago images / Belga / YORICK JANSENS, via www.imago-im

Albi. Roger Kluge vom RK Endspurt Cottbus macht bei der Tour de France als Helfer beim Team Lotto-Soudal von sich reden. Sie ist das Saisonhighlight für den Bahnradspezialisten. Nächstes Jahr will er in Tokio nach Olympiagold greifen.

 Roger Kluge tritt bei der Tour de France immer dann in Erscheinung, wenn es hektisch wird. In der Vorbereitung eines Massensprints, wenn die Nerven bis zum Zerreißen angespannt sind, wenn Mut ebenso gefragt ist wie kühles Taktieren, schlägt die Stunde des Brandenburgers. „Da werden im Finale schon so manche Türen brutal zugeschlagen. Da wird sich durchgequetscht, wo eigentlich keine Lücke ist“, beschrieb der 33-Jährige aus Eisenhüttenstadt den heißen Endkampf der FAZ.

Kluge, der beim RK Endspurt Cottbus Mitglied ist, eskortiert beim belgischen Team Lotto-Soudal seinen Sprinter Caleb Ewan wie ein Bodyguard durch die schmalen Lücken des rasenden Feldes, bis der Australier in der richtigen Position ist. Der Bahnradspezialist macht das so gut, dass Ewan ihn bei allen wichtigen Rennen um sich haben möchte. Ob im Mai beim Giro d‘Italia oder jetzt bei der Frankreich-Rundfahrt, für Ewan ist Kluge unverzichtbar. Weil er weiß, was er an ihm hat. Auch wenn der Kapitän seinem Helfer ab und zu mal eine Ansage macht, wie Kluge jüngst im RUNDSCHAU-Interview verraten hat: „Ich habe neulich eine Ansage von meinem Kapitän bekommen, dass ich etwas mehr riskieren und die Ellenbogen ausfahren soll. Solange alles fair bleibt, habe ich damit kein Problem. Aber ich bin schon ruhiger geworden nach ein paar Stürzen und der Geburt meiner Tochter.“

Seit zweieinhalb Jahren fährt der gebürtige Eisenhüttenstädter nun schon an der Seite des gedrungenen Sprinters aus Down Under, zunächst bei Mitchelton-Scott, seit 2019 in der belgischen Lotto-Equipe. Besagte Kooperation hat Kluges Straßenkarriere noch einmal einen Impuls verliehen und ihn zum dritten Mal zur Tour de France geführt. „Das Jahr verlief wirklich nach Plan, wir haben immer mehr zueinandergefunden“, sagte der 1,93-m-Hüne, der Ewan beim Giro zu zwei Etappensiegen geführt hatte.

(sid/swr)
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