ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Auszeit

Demütige Defensive reicht auf Dauer nicht

Joachim Löw und sein Team spielten 0:0 gegen Frankreich.FOTO: AFP / CHRISTOF STACHE

Cottbus. Joachim Löw und sein Team haben gegen Frankreich die Abwärtsspirale gestoppt. Trotzdem ist das WM-Debakel noch längst nicht überwunden. Der RUNDSCHAU-Kommentar zur Lage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Können Sie sich noch an den ersten Schultag nach den Ferien erinnern? Wenn es galt, mit der Wiedergutmachung für das schlechte Zeugnis des vergangenen Jahres zu beginnen? Wer in diesem Moment nicht hochmotiviert ist, wird es wahrscheinlich nie mehr sein.

So gesehen, war die Leistung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim 0:0 gegen Frankreich ein ordentlicher Start in die WM-Wiedergutmachung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das DFB-Team kämpfte bei der Nations-League-Premiere so leidenschaftlich, wie man es im Duell mit dem neuen Weltmeister erwarten darf – und muss.

Wie ernst die Lage nach dem Debakel in Russland ist, zeigte die Aufstellung von Bundestrainer Joachim Löw gegen Frankreich. Während Löw in seiner WM-Analyse noch mit einer Selbstanzeige wegen Arroganz aufhorchen ließ, weil er zu lange ausschließlich auf Ballbesitz-Fußball aus war, setzte er nun geradezu demütig auf Defensive. Vier Innenverteidiger in der Startelf – das hat früher auch schon der DDR-Nationaltrainer Georg Buschner fertiggebracht, um den Laden hinten dicht zu machen. Damals hießen die Innenverteidiger allerdings noch Libero.

top