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Kommentar

Selbstkritischer „toller Hecht“

Mirjam DankeFOTO: LR / Sebastian Schubert

Die WM-Analyse des Fußball-Bundestrainers war bemerkenswert. Nicht nur wegen der Live-Übertragung im Fernsehen, als sei es eine Ansprache der Kanzlerin zur Lage der Nation. Schon zuvor maulte Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dass diese WM-Aufarbeitung vor den Medien doch nur eine „Alibi-Veranstaltung“ sei, um „den tollen Hecht zu spielen“.

Ja, zugegeben, das hätte es durchaus werden können. Man denke nur an die Bilder von Sotschi, als Löw ein bisschen sehr lässig in „Alles wird gut“-Pose mit Sonnenbrille und kurzer Hose an einer Laterne lehnte.

Ein selbstherrlicher Auftritt war das am Mittwochmittag aber mitnichten. Im Gegenteil. Löw hat das WM-Debakel verblüffend selbstkritisch analysiert. Von „Fehleinschätzungen“ seinerseits war da die Rede, von „Arroganz“ gar. Nein, Uli Hoeneß, eine „Alibi-Veranstaltung“ war das nicht. Der „tolle Hecht“ verdient es stattdessen, jetzt in Ruhe weiterzuarbeiten, den richtigen Mix aus Erfahrung und Jugend auf den Platz zu bringen und beim Weltmeister von 2014 wieder das Feuer zu entzünden. Und alle anderen täten gut daran, sich jetzt mal wieder ein bisschen runterzukühlen.

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