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Faustball

SG Bademeusel: Der Aufsteiger, der absteigen muss

„Das Maß aller Dinge in Brandenburg“: Die Faustballer aus Bademeusel um Richard Smoller (oben, 2.v.r.) jubeln nach ihrem Meistertitel in der 2. Liga. FOTO: Verein

Bademeusel. Zum ersten Mal sind die Faustballer der SG Bademeusel Meister in der 2. Bundesliga geworden. Trotzdem spricht einiges dafür, dass die Forster im kommenden Jahr nur in der dritten Liga antreten.

Lange muss Richard Smoller nicht überlegen. Auf die Frage, ob das die beste Saison war, an die er sich erinnern kann, sagt er: „So stark waren wir selten im Feld-Faustball wie dieses Jahr. Ich denke, das ist mit die beste Saison, die wir gespielt haben für Bademeusel.“ In der Saison 2017/18 waren die Bademeuseler in der Halle schon einmal „komplett durchgerauscht“ (Smoller). Ohne jeglichen Punktverlust hatten sich die Faustballer aus Forst seinerzeit den Titel erschmettert. Nun hat es auch an der frischen Luft geklappt – mit einer ähnlich beeindruckenden Bilanz. Mit 13 Siegen aus 14 Spielen und einem positiven Satzverhältnis von 40:12 sicherte sich Bademeusel erstmalig den Staffelsieg in der 2. Bundesliga Ost.

Nach der Auftaktniederlage im Brandenburg-Derby gegen den späteren Tabellendritten SV Fehrbellin Anfang Mai gab die SG Bademeusel keinen einzigen Punkt mehr ab und setzte sich damit auch gegen den forschen Liganeuling und Vizemeister TSV LoLa aus Schleswig-Holstein durch, der letztlich nur die beiden Vergleiche mit Richard Smoller & Co. abgeben musste. Der Titel war laut Smoller auch einmal mehr Beweis dafür, „dass wir in Brandenburg das Maß aller Dinge sind“, erklärt der Angreifer.

Doch mit der Vormachtstellung im eigenen Bundesland könnte es schon bald zu Ende sein für den Traditionsverein nahe der polnischen Grenze, der seit 1953 eine Faustball-Abteilung hat, die Lausitz im Seniorenbereich bei Deutschen Meisterschaften vertritt und mit Cindy Ristel (ehemals Nökel) sogar eine Weltmeisterin herausgebracht hat. Denn damit nicht genug, dass man den Aufstieg in die 1. Bundesliga nicht realisieren könnte und auf die Relegationsspiele verzichtet, droht aus personellen Gründen sogar der freiwillige Rückzug in die dritte Liga. „Ich bin mittlerweile 33 Jahre alt, baue ein Haus und werde bald Papa. Zwei Mitspieler sind sogar schon über 40. Zudem fehlt es an motiviertem Nachwuchs“, erklärt Richard Smoller. „Im Moment würde es wahrscheinlich keinen Sinn machen, nochmal in der 2. Bundesliga an den Start zu gehen.“ Und so könnte aus dem Meister, der eigentlich hätte aufsteigen können, sogar ein Absteiger werden.

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