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Gebürtiger Cottbuser fährt zur Tour de France

Tony Martin: Der Mann fürs Grobe und Gelbe

Alle Neune: Tony Martin fuhr am Freitagabend vor dem Publikum in Spremberg zu seinem neunten Titel bei den Zeitfahr-Meisterschaften. FOTO: dpa / Jan Woitas

Spremberg . Die Tour de France feiert 100 Jahre Gelbes Trikot. Der letzte deutsche Radfahrer, der es überstreifen durfte, ist der gebürtige Cottbuser Tony Martin. Der fährt als frisch gebackener Deutscher Meister zur Frankreich-Rundfahrt.

Selbst eine Reifenpanne hat ihm letztlich nicht dazwischengrätschen können. Tony Martin rettete am Freitagabend bei den Deutschen Zeitfahr-Meisterschaften in Spremberg auf der 35-Kilometer-Strecke trotz eines Defekts am Hinterreifen und der Tatsache, dass er auf ein Ersatzrad umsteigen musste, einen 18-Sekunden-Vorsprung ins Ziel. So konnte sich der 34-Jährige bereits über seinen neunten Deutschen Meistertitel im Kampf gegen die Uhr freuen. Auch für einen viermaligen Einzelzeitfahr-Weltmeister „ist ein Deutscher Meistertitel immer eine besondere Ehre“, sagte Tony Martin im Ziel gegenüber dem MDR.

Für den gebürtigen Cottbuser war der Freitag aber nicht nur ein gelungener Ausflug in heimische Lausitzer Gefilde, sondern auch die Bestätigung seiner guten Form eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt. Denn am Samstag rollen die besten Radfahrer der Welt bei der Tour de France los – und Tony Martin rollt mit. „Ich freue mich. Bei der Auftakt­etappe in Brüssel wird Ausnahmezustand herrschen“, sagt Martin vor seiner elften Tour-Teilnahme.

Erstmals wird Tony Martin dabei für das niederländische Team Jumbo-Visma in die Pedalen treten. Im Vorjahr fuhr er noch für den Schweizer Rennstahl Katusha Alpecin, den er im September nach nur einer Saison wieder verlassen hatte. „Ich fühle mich sehr wohl in meinem Team, es ist sehr familiär“, sagt Tony Martin. „Es ist ein sehr junges Team, wo ich meine Erfahrung miteinbringen kann.“ Doch muss der Straßenspezialist dafür nicht nur neue Abläufe, sondern auch Vokabeln lernen. Martin: „Ich bin dabei, mein Niederländisch zu verbessern, damit ich mich noch besser integrieren kann. Das ist meine Baustelle zurzeit.“

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